Die Reiselust der Wikinger ist weithin bekannt. Doch oft sind die Männer aus dem hohen Norden nicht so gerne gesehen und werden nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen. Ob das in dem nachfolgendem Fall auch so ist, muss sich erst noch zeigen. Diese Seite beschäftigt sich mit den Reisen und Erlebnissen eines ganz speziellen Wikingers, der sich von Aquisgranum aufmachte, um die Küsten der Sorrentinischen Halbinsel unsicher zu machen.

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Neue Klasse bei der Lufthansa

Durch all die ganzen Streiks in diesem Jahr, sieht sich die Lufthansa nun gezwungen einen knallharten Sparkurs anzutreten. Dazu wird bei der Lufthansa eine ganz neue Klasse eingeführt:
Die Stehklasse! 
Mit dieser Neuerung können im neuen Jahr viele Flugzeuge eingespart werden, da einfach viel mehr Leute im Passagierraum untergebracht werden können.

Durchgesickert sind diese absolut neuen Pläne der Lufthansa durch eine Aktion der METRO, die seit dieser Woche die überflüssigen Sitzbänke zum Kauf anbietet.

Lufthansa Sitzbank

Die Lufthansa wird aber mit ihren Einsparungen wohl nicht bei den Maschinen und damit Piloten halt machen. Denn da zu erwarten ist, dass sich durch den überfüllten Passagierraum nun sowieso keine Stewardess mehr durchzwängen kann, wird auch hier zukünftig tüchtig eingespart. Belegt ist dies eindeutig dadurch, dass nun auch die originalen Lufthansa Trollies gleich mit verkauft werden.

Lufthansa Trolly

Freut euch auf ein ganz neues Flugerlebnis im neuen Jahr,
mit der Stehklasse bei der Lufthansa!

Freitag, 7. November 2014

Ein Unglück kommt selten allein ...

WarenjeUnsere Proben zum aktuellen Stück Warenje waren schon gut fortgeschritten und der Aufführungstermin im März rückte langsam näher. Da erreichte uns leider die traurige Mitteilung, dass eine Kollegin aus familiären Gründen, schweren Herzens aus dem Kader der Darsteller aussteigen muss. Da mit ihr eine unserer erfahrenen Schauspielerinnen geht, sie eine der Figuren mit den meisten Einsätzen spielen sollte und wir nun erstmal einen Ersatz für sie suchen müssen, war schnell klar, bis zu den Aufführungen im März 2015 schaffen wir es nicht jemanden für ihre Rolle zu finden und einzuarbeiten. Auf der Suche nach einem geeigneten Ersatztermin, mussten wir dann feststellen, vor 2016 gibt es keine freien Termine mit zwei zusammenhängenden Wochenenden in der Klangbrücke mehr. Aus diesen unglücklichen Umständen ergibt sich nun, dass die Premiere für Warenje auf den
4. März 2016 verlegt wurde. Ich hoffe unser Publikum ist geduldig und vergisst uns in der langen Wartezeit nicht, denn das ganze geschieht ja auch zu Eurem Wohl, denn wir wollen ja nicht schnell und halbherzig etwas durchziehen, sondern unser Stück in gewohnter Qualität darbieten.

Dienstag, 12. August 2014

Verborgene Mitte

Wegbegleiter
Die einzigen Weggefährten:
Schnecken
Mein gestriger Kurzausflug zur Geisterstunde - einer von mittlerweile vielen - führte mich ins gefühlte Nirgendwo. Denn irgendwo zwischen Berensberg und der Soers liegt, verträumt in einem kleinen Wäldchen, die verborgene Mitte. Natürlich lockte ein sogenanntes Ingress-Portal mich dort hin und auf der Karte sah das auch garnicht so weit weg aus. Aber da hatte ich die Rechnug ohne den Wirt, oder besser ohne die Überwucherung gemacht, denn dank des reichlichen Regens der vergangenen Tage und Wochen, muss das Gras gedacht haben, diesen Weg holen wir uns zurück.
So stakste ich also durch das hohe und nasse Gras und darüber verwandelten sich meine Schuhe leider in etwas nasses und schmodderiges. Da es für trockene Füsse nun sowieso zu spät war, ging ich einfach weiter, bis ich endlich bei dem Gehölz ankam. Hier wurde der Weg wieder erkenntlicher und war nicht mehr voller Gras, dafür wurde ein anderes Problem deutlich: Nachts im Wald ist es trotz Vollmond sehr dunkel!
VollmondAlso ein bisschen warten, die Augen ans Dunkel gewöhnen ... und dann der Fehler: zwischendurch aus Langewile mal auf das Display des Smartphone schauen, um festzustellen, wie weit es denn wohl noch ist ... und schon ist man wieder blind. Gnah!
Ein hiesiger Einwohner hätte sich beim Zuschauen des dummen Städters vermutlich weggelacht.
Zum Glück war es dann nicht mehr weit bis zum Ziel - eigentlich war es direkt um die "Ecke" - denn ein bissl unheimlich ist es zur so späten Nacht, im dunstigen Wald mit all seinen seinen Geräuschen, dann doch.
Verborgene Mitte
Die verborgene Mitte im Dunst der Nacht.
Aber ausser einem verirrten Falter, der mich anflog und ein paar nassen Ästen, die nach mir griffen, blieb ich völlig unbehelligt, konnte mein Portal erobern und mich getrost und erleichtert auf den Rückweg machen.

Goldener Herbst
So hätte es aussehen sollen,
leider war es kein sonniger Herbsttag.

Donnerstag, 8. Mai 2014

Ingress Logo Ingress

Ingress Logo
Das Ingress Logo
ist verdächtig blau
Ingress ist ein ARG (Alternate Reality Game) von Niantic Labs, das von Google gepublished wurde. Dieses Spiel funktioniert derzeit nur mit Android und fällt auch in die Kategorie der MMOs (Massive Multiplayer Online).

Visualisiertes Portal
Visualisierung eines Portals
Hintergrund des Spiels ist, dass die Erde, die wir mit den eigenen Augen sehen, nicht die ganze Wahrheit ist, denn überall in der Welt sind von den sogenannten Formern Portale errichtet worden, über die Exotische Materie (XM) in unsere Welt gelangt. Über einen Scanner auf dem Smartphone wird diese unsichtbare Welt sichtbar gemacht. Wer die Former sind, oder warum sie XM zu uns schicken ist nicht ganz klar. Darum haben sich zwei Organisationen gebildet, die um die Vorherschafft wetteifern.

Dabei gehen die Enlightened (die Erleuchteten) davon aus, dass XM von den Formern zu uns
Enlightened Logo
Enlightened Logo
gesandt wurde, um unsere Evolution positiv zu beeinflussen. Laut manchen ihrer Theorien exestieren diese Portale und XM schon seit dem Anbeginn der Zeit auf der Erde und haben somit die Entwicklung
Resistance Logo
Resistance Logo
des Menschen an sich erst möglich gemacht. Die Enlightened möchten den positiven Effekt des XM auf die Menschheit voran treiben.

Die Resistance (der Widerstand) ist da anderer Ansicht, sie glauben, dass XM die Menschheit manipuliert und schreiben ihr viele negative Effekte zu, bis zur Versklavung aller und dererlei Verschwörungstheorien. Die Anhänger der Resistance wollen die Menschheit bewahren - wie sie behaupten - und vor den Auswirkungen von XM beschützen.

Landkarte
Ingame Karte,
Portale mit Links
und Feldern
Im Spiel äussert sich der Wettkampf der beiden Fraktionen darin, dass die Mitglieder versuchen möglichst viele Portale zu erobern. Wurde ein Portal eingenommen, so kann es mit benachbarten, freundlichen Portalen verlinkt werden. Schafft man es so drei Portale miteinander zu verlinken, so dass sich quasi ein Dreieck bildet, entsteht dazwischen ein Feld. Je grösser das von dem Feld überdeckte Gebiet ist desto besser wird es bewertet. Dabei wird die Fläche in sogenannte Mind Units (MU) umgerechnet. MUs sind eine Einheit die repräsentieren soll wieviele Menschen in dem Gebiet unter dem Feld zu den Gunsten der eigenen Fraktion beeinflusst
Portalansicht
Ingame Ansicht des
Portals Hubertusbrunnen
werden. Ziel jeder Fraktion ist es eine möglichst grosse Anzahl an MUs zu erzielen, also ein möglichst grosses Gebiet zu kontrollieren.

Der eigentliche Witz des Spiels ist, dass die Spieler nicht daheim in der eigenen Stube bleiben können, sondern sich zu den Standorten der Portale begeben müssen, um mit ihnen zu interagieren, denn die Reichweite eines Scanners beträgt nur um die 40 Meter. Somit ist ein Ziel des Spiels die Mitspieler zu motivieren sich zu bewegen und dabei lernt man ausserdem noch seine Umgebung kennen, denn die Portale stehen normalerweise an besonderen Standorten der realen Welt, wie z.B. Sehenswürdigkeiten.

Dieser Artikel erklärt hoffentlich den neuen grünen Satz oben in der Einleitung ;-)

Freitag, 2. Mai 2014

Warenje

Vielleicht werdet Ihr Euch nun fragen, was ist das denn eigentlich?

Ein Glas mit WarenjeWarenje ist Marmelade sehr ähnlich, nur dass die benutzten Früchte deutlich weniger oder garnicht zerkleinert und nur mit Zucker - also ohne Geliermittel - eingekocht werden. Dadurch ist Warenje in der Regel flüssiger als Marmelade und findet meist in Tee oder heissem Wasser seine Anwendung, oder manchmal auch als Dip.

Ljudmila Ulitzkaja
Ljudmila Ulizkaja
Aber warum erzähle ich Euch das? Das nächste Stück des Theater Tacheles wurde ausgewählt und es heisst "Warenje". Geschrieben wurde es von der russischen Autorin Ljudmila Ulizkaja, die dafür ausgezeichnet wurde die russische und die jüdische Erzähltradition mit moderner Erzählkunst zu verbinden.

Wie schon bei dem Stück "Hotel zu den zwei Welten" wird Theater Tacheles auch für "Warenje" mit Sarah Bingham als Regisseurin zusammen arbeiten. Die ersten Proben werden in Kürze beginnen und wer mag kann sich schon mal den März 2015 für die Aufführungen in der Klangbrücke vormerken ;-)

Dienstag, 29. April 2014

Pfarrer Stoffels Pfad

Wand aus StrohAm Wochenende vor 8 Tagen, also Ostern, war ich bei Freunden zu besuch. Und da man an Ostern ja um einen Ostermarsch nicht drum herum kommt, sind wir dann auch zu dritt losmarschiert. Nagut, es war eher ein lockeres schlendern und der Marsch eher ein kleiner Spaziergang. Aber immerhin waren wir an der frischen Luft und in der Natur unterwegs.

saftige Frühlingsfarben.jpg
Ein Haufen Stroh, das am Wegesrand stand, hatte es den anwesenden Fotographen ganz besonders angetan. Immerhin demonstrierte die Anhäufung sehr deutlich, wie stabil so eine Wand aus gestapelten Strohballen sein kann, schliesslich hat sie seit dem letzten Herbst so überdauert.


Burg UntermaubachWeiter ging es an saftig grünen Feldern und kleinen Wäldchen vobei und in der ferne leuchteten uns schon die ersten Rapsfelder gelb entgegen. Auf unserem Weg sind uns auch mindestens drei selbstgezimmerte Hochsitze begegnet. Weiter führte der Weg an einem uralten Keltendamm entlang, bis wir zu einem guten Aussichtpunkt kamen, von dem wir eine wunderbare Aussicht auf die Burg Untermaubach und die Rur hatten.

Der PfadDirekt hier startete auch des Pfarrer Stoffels Pfad, ein kleines Schild wies daruf hin. Wir folgten diesem Weg und schon bald wurde er recht schmal. Das allein wäre nicht so schlimm gewesen, aber links vom Pfad ging es hinab ins Tal der Rur und rechts ging die Böschung einige Meter weiter nach oben. Ein bisschen erinnerte mich das ganze an den "Sentiero degli Dei", nur dass es viel weniger Wasser und dafür deutlich mehr Bäume zu sehen gab. Als wir uns schon zu fragen begannen, ob wir denn wohl noch richtig wären, fanden wir eine Bank am Wegesrand. Scheinbar waren wir also doch noch auf dem richtigen Weg.

FelsformationEin paar Felsformationen luden wieder zun fotographieren ein. Bald darauf wurde der Weg wieder breiter und wir trafen auf die Bestätigung, dass wir uns nicht verlaufen hatten: ein weiterer Hinweis markierte den Pfad als den von Pfarrer Stoffel, diesmal allerdings in einer sehr soliden Bauweise. Nun dauerte es nicht mehr lang und wir erreichten das Ende des Pfades und konnten uns auf den Rückweg zwischen Weiden und Wiesen machen.

Pfarrer Stoffels Pfad, WegweiserDank moderner GPS-Technologie im Smartphone plus einer App namens Komoot, kann ich nun im nachhinein den genauen Tourverlauf nachvollziehen und wiedergeben. In nüchternen Zahlen stellt sich unser kleiner Ausflug dann so vor: Tatsächlich hatte unser Weg eine Länge von 4,22 km. Für diese Strecke brauchten wir 1 Stunde 49 Minuten, was eine Durchschnittsgeschwindigkeit von ungefähr 2 km/h ergibt. Immerhin haben wir auf unserem Pfad auch einen Höhenunterschied von 60 Metern überwunden, quasi erst hinab und dann wieder herauf.


Wenn Ihr mögt, dann lasst mir doch bitte einen Kommentar da und schreibt, welche Version der Tourbeschreibung Euch besser gefallen hat ;-)

Montag, 7. April 2014

Was zum Teufel ist die Hölle?

Höllenfeuer

Manches Mal habe ich mich gefragt, was ist wohl die Hölle? Ein dunkles Loch, in dem man Qualen erleiden muss? Ein Ort, an dem die Seele solange im Feuer brennen muss, bis sie geläutert ist?
HöllenqualenIrgendwie glaube ich nicht daran. Eigentlich bin ich überhaupt kein sehr gläubiger Mensch und dennoch frage ich mich ab und an, ob, was es dort im Jenseits für uns geben wird. Wahrscheinlich nichts. Trotzdem haben die Geschichten, die man uns als Kinder erzählt hat, über ein Leben nach dem Tod und die Strafen für all unsere Vergehen, ihren Nachhall gefunden. Und so sinniere ich darüber und male mir aus, wie es sein könnte, welche Strafen - die mir einfallen - wohl schlimm genug wären, um als Hölle durchzugehen.

GäaDie erste Idee, die mir dazu kam war, dass unser Geist die Erde nicht verlässt, sondern an sie gebunden bleibt. Sich sozusagen mit dem Geist der Erde vereint. Beziehungsweise, dass sich der Geist der Erde aus den Seelen aller vergangenen Leben zusammen bildet. Fortan würde also ein Verstorbener alles teilen und erleben, was auch die Erde erfährt. Er selber hätte zu
Wüstenplaneterdulden, was Mutter Natur zu ertragen hat. Das grosse Ende wäre dann, wenn der Mensch die Erde vernichtet, oder zumindest komplett unfruchtbar gemacht hat, so dass kein Leben mehr entstehen kann und sie fortan nur noch endlos leere und stupide Bahnen um immer die selben Himmelskörper ziehen muss.

ÄngsteEine andere Idee, war die folgende: Nach dem Ableben muss unser Geist eine lange Reise antreten. Jedes Mal, wenn wir in unserem Leben jemandem Weh getan - ein Leid zugefügt - haben, körperlich oder geistig, oder auch dann, wenn wir durch unsere Taten nur den Grundstein zu dem Leid eines anderen gelegt haben, dann müssen wir - auf dieser grossen Exkursion nach unserem Tod - in den Geist dieser Kreatur hinein fahren, um dann als tatenloser Gast genau das mit zu erleben, zu empfinden, Angst und Leid mitzufühlen, was durch unser eigenes Handeln bei dem Anderen ausgelöst worden ist. So würden wir von einem Geschädigtem zum nächsten reisen, bis irgendwann einmal alle abgearbeitet wären.
Der Offizier, der den Abschuss eines Sprengkörpers befiehlt, müsste danach die Leiden aller Personen durchleben, die davon getroffen wurden: wohlmöglich zig mal sterben, verstümmelt um sein Überleben kämpfen und auch die Qualen aller Hinterbliebenen durchmachen.

Leiden

Beide Ideen haben ihren Ursprung vermutlich in einem ungestillten Verlangen nach einer höheren Gerechtigkeit. Eine Abrechnung mit denen, die im Leben nicht erwischt wurden oder nicht erreichbar sind. Stark vereinfacht, also wohl eine Art von Rache-Wunsch!?

Meine ganz persönliche Form, einer kleinen Hölle, habe ich aber tatsächlich schon erlebt. Es geschah nach einem Unfall als Folge des künstlichen Komas.

AutounfallDamals wurde ich langsam geweckt. Ich stelle es mir so vor, dass die Medikamente langsam abgesetzt wurden, aber vielleicht wirkten sie auch nur sehr lange nach. Dabei gab es viele Phasen in denen ich mal wach zu sein schien, oder mal träumte, zwei Tage lang vermischte sich das noch alles. Alle meine nahen Verwandten waren da und redeten beruhigend mit mir. Alle nannten sie mich bei meinem richtigen Namen, keiner sagte Hägar - meinen Spitznamen - zu mir. Oder sprachen sie doch nicht mit mir, sondern mit diesem Typen in weiß, der eben diesen Namen an einem Schild auf der Brust trug?

Jedenfalls wurde ich irgendwann wach, in einem Bett. Also muss ich wohl geschlafen haben. Die Bruchstücke an Erinnerungen von vorher erschienen mir wie ein Traum, ein blöder Traum. Es war zwar irgendwie immernoch alles trübe und verschleiert, aber ich war inzwischen wach genug, um mir das, was ich dachte diesmal zu merken. Es schien Nacht zu sein, alles war nur spärlich beleuchtet. Ich fühlte mich nicht gut und schwach. Überall waren Schläuche und Kabel, Dinge die mich fesselten: Fesseln! Ausserdem gab es Gitter rund um mich herum. Meine Güte, wo war ich? Ich wollte etwas sagen, aber das ging nicht. Ich konnte zwar meine Lippen bewegen, aber es kam kein Laut aus meinem Mund. Verdammt, ich konnte nicht einmal meine Zähne auseinander bekommen und das was ich mit meiner Zunge ertastete, fühlte sich nicht wie meine Zähne an, sondern wie Ruinen.

Ich war gefangen an einem Ort, den ich nicht kannte. Eine Angst, ein Wahnsinn nahm Besitz von mir und ich wollte nur noch weg. Einige der Fesseln liessen sich spielend leicht abstreifen, aber ich war trotzdem zu schwach um aufzustehen. Also wollte ich über dieses Gitter rüber krabbeln. Wenn ich nur dieses erste Hindernis hinter mich gebracht hätte, dann könnte ich, wenn es sein muss, auf allen Vieren von hier wegkriechen. Aber ich war zu schwach und irgendetwas hielt mich pieksend fest. Nicht mal dieses einfache Hindernis konnte ich überwinden. Ich wollte meine Enttäuschung hinausschreien, aber nicht einmal das ging, ich war nicht in der Lage ein Geräusch von mir zu geben.

Die Stimme einer alten Frau erklang und verpetzte mich. Sie rief, ich wolle aus meinem Bett klettern und prompt erschien irgendeine Mithelferin, redete beruhigend auf mich ein und schob mich mit sanfter Gewalt zurück, sie musste wissen, dass ich nichtmal um Hilfe rufen konnte. Ich erinnere mich nicht mehr an ihre Worte, wahrscheinlich hörte ich ihr nicht einmal richtig zu, aber ich war mir sicher sie wollte mich nur einlullen, um ein leichteres Spiel mit mir zu haben. Da ich aber so enttäuscht war und mich noch schwächer fühlte, viel zu schwach, um mich zu wehren, liess ich sie machen.

Vermutlich schlummerte ich kurz ein, denn in meiner nächsten Erinnerung war ich wieder allein, innerlich völlig aufgewühlt, mit dem trüben Gedanken, es gibt kein Entkommen, denn ich werde sogar bewacht. Für mich verging eine Ewigkeit, in der sich meine Gedanken im Kreis drehten: ich will hier weg, aber ich kann nicht, welchen Ausweg gibt es nur, wenn ich nur nicht so schwach wäre, warum bin ich eigentlich so schwach, wo zur Hölle bin ich und warum ...

Logo Klinikum MünsterWahrscheinlich, um mir endlich mal einen kompletten Überblick von meiner buchstäblichen Lage zu machen (vor lauter Panik hatte ich zuvor immer nur zu der Seite geblickt, von der das Licht kam), sah ich mich nun um und enddeckte rechts von mir ein Gerät mit der Aufschrift und dem Logo der Unikliniken. Dieses Zeichen begriff ich und es drang zu mir durch, endlich schien alles einen Sinn zu ergeben und ich beruhigte mich: Jetzt wusste ich, wo ich war.