Nach vielen Jahren als Rollenspieler, sammeln sich bei mir auch eine Unzahl an Charakteren, die ich in diversen Abenteuern gespielt habe und mit denen ich viele emotionsgeladene Momente, ob schön, spannend oder auch traurig, erlebt habe. Vieles davon ist in Vergessenheit geraten, aber ein paar von diesen Momenten, an die ich mich noch erinnern kann, versuche ich nun festzuhalten und Euch vorzustellen.
Beginnen will ich mit meinem ersten Call of Cthulhu Charakter. Sein Name ist mir längst entfallen, darum will ich ihn der Einfachheit halber mal Jeff Baker nennen, aber sein Schicksal ist mir noch immer schmerzlich bewusst. Mr. Baker war ein Baseballspieler der Profiliga, der sich vor kurzem vom Sport zurückgezogen hatte.
Um ein wenig Abstand zu gewinnen und um seinen neuen Lebensabschnitt gebührend zu beginnen, begab sich Jeff auf eine Kreuzfahrt aus seiner Heimat auf dem amerikanischen Kontinent in das ferne London. An Bord lernte er ein paar neue Freunde kennen und beschloss ihnen in London ein wenig Gesellschaft zu leisten. Hätte er das doch lieber gelassen. In einem Vorort Londons besuchte die Gesellschaft aufgrund eines merkwürdigen Zeitungsberichtes ein altes Haus. Es war unverschlossen und so betraten die Herrschaften einfach die Räumlichkeiten im Innern. Dieses Verhalten irritierte Jeff Baker schon ein wenig, aber er liess sich mitziehen und schliesslich schaute auch er sich drinnen ein wenig um. Die Gruppe trennte sich. In einem Nebenzimmer der Wohnstube fanden Jeff und einer seiner Begleiter ein kleines Atelier. Dort, aufgestellt auf einer Staffelei, erblickten die beiden ein schon fertiges Bild, auf dem ein dunkler Fels, wie eine Insel inmiten einer unwirklichen, feurigen Landschaft, umringt von Lava und Flammen, dargestellt war. Während die Zwei sich noch fragten, wo sich dieser Ort befinden könnte oder was da genau abgebildet sei, geschah das unfassbare: Mr. Baker verspürte einen merkwürdigen Sog und schlagartig hatte sich alles um ihn herum verändert.
Es war auf einmal unerträglich heiss geworden, die Hitze tat sogar körperlich weh und der plötzliche Lichtwechsel blendete in grellem Rot. Als er sich ein wenig an das neue Licht gewöhnt hatte. Bemerkte Jeff, dass er sich auf einem dunklen Felsuntergrund inmitten eines riesigen Meeres aus Lava, Feuer und Flammen befand. Seine Schuhe dampften auf dem heissen Stein, seine Kleidung und seine Haare begannen langsam zu verschmurgeln und seine unbedeckte Haut begann unerträglich in der Hitze zu brennen. Die Schmerzen liessen die Idee eines Traumes schnell zerplatzen und Jeff wurde klar, wenn er nicht sofort einen Ausweg aus dieser lebensfeindlichen Umgebung finden würde, dann würde ihn die Hitze in Kürze erledigen. Aber da war nichts, nichts ausser diesem einen Brocken aus dunklem Gestein, der Rest um ihn herum waren unerträgliche Flammen, die aus einem Meer aus roter Lava loderten. Ihr dunkler Rauch stieg auf und verhängte den ganzen Himmel bedrohlich, als wären es schwarze Wolken. Jeff Baker wandte sich von links nach rechts vor Schmerzen und rannte über die Insel, um in seiner Not irgendetwas zu finden, das ihm Helfen könnte. Doch dort war nichts als brennendes Inferno. Aber halt, was war das? Die Flammen begannen nach ihm zu züngeln, ja fast nach ihm zu schlagen. Jeff wich zurück. Doch unglaublich, die Flammen folgten ihm auf dem nackten, schwarzen Fels, als hätten sie Beine. Ja, annähernd erinnerte die Form dieses Gebilde aus Flammen an eine humanoide Gestalt. Und sie verfolgte Jeff Baker bedrohlich! Jetzt erhoben sich noch mehr dieser Flammenkreaturen aus dem Höllenmeer. Aus allen Richtungen kamen sie unerbittlich auf ihn zu. Als er in der Mitte des Felsens angekommen war, brach Jeff zusammen. Nun war er umringt von unglaublichen Flammenkreaturen. Sein Blick, aus weit aufgerissenen Augen, ging von links nach rechts, aber diese Unwesen hatten ihm keine Lücke gelassen. Dann stürzten sie sich auf ihn und nach einem furchtbar brennenden Schmerz, umfing Jeff Baker gnädig die ewige Nacht.
Im Atelier stand Mr. Bakers Begleiter, inzwischen allein und starrte mit schreckensgeweiteten Augen auf das Bild. Denn der Mann, der eben noch neben ihm gestanden hatte, war nun in dem Gemälde abgebildet, auf der kleinen schwarzen Insel inmitten des feurigen Infernos. Wie ein Film im Daumenkino musste der Gefährte mitansehen, was Jeff Baker widerfuhr, wie sich schliesslich die Flammen auf ihn stürzten und ihn aufzerrten bis nichts mehr von Jeff übrig war als ein Häufchen Asche. Und dann war das Bild wie zuvor. Der Wahnsinn nagte am Verstand der einzigen Person, die noch im Atelier verblieben war und der Schrecken hallte noch lange in ihm nach.
Die Reiselust der Wikinger ist weithin bekannt. Doch oft sind die Männer aus dem hohen Norden nicht so gerne gesehen und werden nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen. Ob das in dem nachfolgendem Fall auch so ist, muss sich erst noch zeigen. Diese Seite beschäftigt sich mit den Reisen und Erlebnissen eines ganz speziellen Wikingers, der sich von Aquisgranum aufmachte, um die Küsten der Sorrentinischen Halbinsel unsicher zu machen.
Posts mit dem Label Cthulhu werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Cthulhu werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Freitag, 6. Juli 2012
Einfach verschwunden
Labels:
Charaktere,
CoC,
Cthulhu,
Geschichten,
Rollenspiele
Mittwoch, 24. November 2010
Von Arkham nach Innsmouth
Wir schreiben das Jahr 1926.
Am vergangenen Wochenende begab ich mich auf die Reise nach Massachusetts. Garnicht weit entfernt von Boston liegt das kleine Städtchen Arkham. Leider hat Arkham nicht nur einen schlechten Ruf sondern macht ihm auch alle Ehre, denn kaum war ich dort angekommen, um mich mit zwei Freunden zu treffen, brach dort auch schon sprichwörtlich die Hölle auf Erden los. An verschiedenen Plätzen der Stadt taten sich Dimensionstore auf. Tore, die unerklärlicherweise in fremde Sphären und zu anderen

Doch auch meine Flucht vor dem Übernatürlichen hatte keinen Erfolg und sollte ein jähes Ende finden, denn schon bald nach meinem Eintreffen wanden sich Fischmenschen und tentakelbewehrte Tiefsee-Schrecken aus dem Meer und ergossen sich in den Ort, um mich dort aufzuspüren und zu verschlingen. Ein Ende mit Schrecken und doch hatte der Schrecken noch kein Ende ...
So war das am Wochenende, dreimal trat ich zusammen mit meinen Freunden in Düren die Reise nach Arkham an und dreimal wurden wir gebeutelt, erschlagen, verschlungen und besiegt. Das zuvor scheinbar noch einfache Grundspiel 'Arkham Horror', wuchs uns mit der 'Innsmouth-Erweierung' einfach über den Kopf und blieb ungeschlagen. Dabei wurde uns nicht so ganz klar, welchen Fehler wir gemacht haben. Ich bin ja der Meinung, es gibt einfach viel zu wenig Hinweis-Marker!
Die nette Frau dort oben rechts war übrigens nicht eine der Schrecken, sondern in zwei der Runden einer unserer Charaktere, Zoey Samaras die Köchin. Lustigerweise ist mir beim Suchen nicht nur die Zeichnung aus dem Spiel in die Hände gefallen, sonder ich habe zufälligerweise auch die Bildvorlagen für den Künstler gefunden. Ob die Frau auf dem Bild wohl weiss in welchem Spiel sie gelandet ist?
Am vergangenen Wochenende begab ich mich auf die Reise nach Massachusetts. Garnicht weit entfernt von Boston liegt das kleine Städtchen Arkham. Leider hat Arkham nicht nur einen schlechten Ruf sondern macht ihm auch alle Ehre, denn kaum war ich dort angekommen, um mich mit zwei Freunden zu treffen, brach dort auch schon sprichwörtlich die Hölle auf Erden los. An verschiedenen Plätzen der Stadt taten sich Dimensionstore auf. Tore, die unerklärlicherweise in fremde Sphären und zu anderen
Welten führten ... und aus diesen Toren quollen Monster. Grausame, entstellte Kreaturen, die nur auf Tod und Verderben aus waren. Da ich keine grosse Lust verspürte mich diesen Abscheulichkeiten zu stellen nahm ich den erstbesten Bus aus der Stadt hinaus. Dieser sollte mich nach Innsmouth bringen, einem kleinen Ort an der Küste, einem ehemaligen Fischerdorf.
Dort sollte ich mich aber auch nicht wohlfühlen, denn die Anwohner rochen nicht nur streng, auch ihr Aussehen war unangenehm fischig, mit fahler Haut, grossen, trüben Augen, breitgezogenen Nasen, schuppigen Haaren und zurückgebildeten Ohren. Ausserdem waren sie mehr als unfreundlich. Doch auch meine Flucht vor dem Übernatürlichen hatte keinen Erfolg und sollte ein jähes Ende finden, denn schon bald nach meinem Eintreffen wanden sich Fischmenschen und tentakelbewehrte Tiefsee-Schrecken aus dem Meer und ergossen sich in den Ort, um mich dort aufzuspüren und zu verschlingen. Ein Ende mit Schrecken und doch hatte der Schrecken noch kein Ende ...
So war das am Wochenende, dreimal trat ich zusammen mit meinen Freunden in Düren die Reise nach Arkham an und dreimal wurden wir gebeutelt, erschlagen, verschlungen und besiegt. Das zuvor scheinbar noch einfache Grundspiel 'Arkham Horror', wuchs uns mit der 'Innsmouth-Erweierung' einfach über den Kopf und blieb ungeschlagen. Dabei wurde uns nicht so ganz klar, welchen Fehler wir gemacht haben. Ich bin ja der Meinung, es gibt einfach viel zu wenig Hinweis-Marker!
Die nette Frau dort oben rechts war übrigens nicht eine der Schrecken, sondern in zwei der Runden einer unserer Charaktere, Zoey Samaras die Köchin. Lustigerweise ist mir beim Suchen nicht nur die Zeichnung aus dem Spiel in die Hände gefallen, sonder ich habe zufälligerweise auch die Bildvorlagen für den Künstler gefunden. Ob die Frau auf dem Bild wohl weiss in welchem Spiel sie gelandet ist?
Abonnieren
Posts (Atom)